Mit deutlicher Kritik reagiert der Fachverband Omnibusverkehr Hessen e.V. (FOH) auf den Kabinettsbeschluss zur Einkommensteuerreform. Vorgesehen ist unter anderem, die Pauschalsteuer bei Minijobs von 2 auf 5 Prozent anzuheben.
„Wer sich politisch zum Minijob bekennt, muss ihn auch bezahlbar halten“, erklärt Mathias Hörning, Geschäftsführer des FOH. „Die geplante Erhöhung ist deshalb das völlig falsche Signal. Minijobs sind gerade für unsere mittelständischen Reisebusunternehmen ein wichtiges Instrument, um flexibel auf Auftragsspitzen reagieren zu können.“
Für die Reisebusbranche ist Flexibilität unverzichtbar
Reisebusverkehr findet nicht nur zu klassischen Arbeitszeiten statt. Wochenenden, Feiertage, Abendveranstaltungen, Mehrtagesfahrten sowie saisonale Spitzenzeiten gehören zum normalen Geschäft unserer Unternehmen.
Gerade hierfür sind erfahrene Aushilfskräfte unverzichtbar. Sie helfen, Fahrpersonalmangel und Auftragsspitzen abzufedern und ermöglichen es vielen Unternehmen überhaupt erst, zusätzliche Fahrten und Reisen anzubieten.
Eine Verteuerung der Minijobs trifft deshalb genau die Beschäftigungsmodelle, die unsere Branche aufgrund ihrer besonderen Arbeitszeiten dringend benötigt.
Die Belastungsgrenze ist erreicht
Dabei kommt die geplante Erhöhung keineswegs allein. Die Personalkosten unserer Unternehmen sind bereits massiv gestiegen. Der Mindestlohn wurde zum 1. Januar 2026 von 12,82 Euro auf 13,90 Euro erhöht und steigt zum 1. Januar 2027 nochmals auf 14,60 Euro. Innerhalb von nur zwei Jahren bedeutet das einen Anstieg von rund 14 Prozent.
Gleichzeitig steigt zum 1. Januar 2027 der Arbeitgeber-Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung bei gewerblichen Minijobs von 13 auf 17,5 Prozent. Und nun soll auch noch die Pauschalsteuer von 2 auf 5 Prozent steigen.
Hinzu kommt eine weitere absehbare Belastung: Nach dem derzeit vorliegenden Referentenentwurf soll auch die Pflegeversicherung mit einer zusätzlichen Belastung von 3,6 Prozent zu Buche schlagen.
Damit summieren sich innerhalb kürzester Zeit mehrere erhebliche Belastungen für die Beschäftigung. Für viele mittelständische Busunternehmen ist diese Entwicklung schlicht nicht mehr zu stemmen.
Denn neben den Personalkosten kämpfen unsere Betriebe gleichzeitig mit erheblich gestiegenen Energie-, Diesel-, Versicherungs-, Fahrzeug-, Wartungs- und Finanzierungskosten sowie weiteren gesetzlichen Belastungen.
Unsere Reisebusunternehmen können diese Kostensteigerungen aber nicht beliebig an ihre Kunden weitergeben. Vereine, Reiseveranstalter, Schulen, Unternehmen und private Gruppen haben ebenfalls begrenzte Budgets.
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